Wie ich zum FSJ beim Billung kam…

Hallo liebe Billunger und Billungerinnen,

ich heiße Sven Arved und bin seit August nun der neue Freiwilligendienstleistende (FSJler) bei uns im Verein. Wie viele von euch bin ich seit vielen Jahren schon Billunger. Zum Rudern kam ich über die AG und unseren damaligen Vorsitzenden Bernhard Dehn in der 5. Klasse. Ein Jahr später trat ich in den Verein ein und ruderte anfangs eher ab und zu. Erst zu den Juniorenjahrgängen nahm mein Trainings- und Wettkampfpensum deutlich zu, bis man am Ende täglich am Trainieren war. Das hat dann für mich gerade in den letzten Jahren meiner Aktivenzeit dann auch deutlich mehr Erfolge auf Regatten mit sich gebracht, sodass man immer wieder einen Ansporn hatte. Rückblickend, war es eine sehr anstrengende und disziplinierte Zeit, die ich absolut nicht missen möchte, da sie mir wichtige Lebenserfahrung gebracht hat.  Damals habe ich mich dass erste Mal, voll meinen Kopf durchgesetzt und mich für mein Ziel reingehangen, egal ob einen andere für tägliches Training verrrückt hielten oder nicht. Das prägt mich bis heute.

Ich bin dann auch nach meiner aktiven Zeit als Leistungssportler, gerne im Verein geblieben.  Das liegt natürlich an der Gemeinschaft, aber auch daran dass ich gerne meine Erfahrungen weitergeben wollte. So fing ich direkt nach meiner Leistungssportzeit, die auf der Wolfsburger Regatta 2013 zu Ende ging als Kindertrainer an. Gerade der Bundeswettbewerb 2014 bei Berlin ist mir dabei bis heute gut in Erinnerung geblieben. Jan Lindemann und ich hatten da mit den Aktiven Jascha Klotz und Laura Schönrock sozusagen unseren ersten Härtetest als Kindertrainer. Da die meisten anderen Trainer unser gemeinsam angereisten Ruderjugend Niedersachsen deutlich älter waren als wir und sich die meisten aus den vorangegangen Jahren schon kannten, fühlten wir uns als Neulinge anfangs etwas belächelt und außen vor. Bezüglich des Ablaufs mussten wir dann auch öfter den Ruderjugendleiter um Rat fragen. Am Ende, haben die Leistungen der Aktiven aber doch für sich gesprochen. Laura Schönrock wurde deutsch Vizemeisterin im leichten Einer (trainiert von Jan) und Jascha erruderte im B-Finale auf der 1000m Distanz im schweren Einer die zweitbeste in dieser Disziplin. Als Verein haben wir gezeigt, dass wir also auch mit einem verhältnismäßig jungen Team, durchaus erfolgreich sein können und haben durchaus Eindruck hinterlassen. Das hat uns dann auch nur weiter angespornt im Trainerbereich aktiv zu bleiben. Andere stressige, aber auch sehr lustige Komponenten des Trainerdaseins neben Regatten sind dann natürlich noch (Kinder-) Wanderfahrten, Trainingslager und vieles mehr.

Alles dabei was man zum Leben braucht, sonnenuntergang am Lago Lllanquihue in Chile

Im Sommer 2015 zog ich mich dann aus dem Trainerbetrieb im Verein zurück, da ich mir in den Kopf gesetzt hatte, nachdem Abitur eine Radreise durch Südamerika zu machen. Lange war mir klar, dass ich nachdem Abi ein Auslandsjahr machen wollte. Work and Travel in Neuseeland war mir zu überlaufen und ich war selbstbewusst genug zu glauben, dass auch mein mittelmäßiges Spanisch für Südamerika reichte. Nach mehreren Monat arbeiten als Zeitarbeiter und Aushilfe, die ich im Rückblick schmunzelnd als „Interessante Erfahrung, aber bitte nicht so schnell wieder“ verbuche ging es los. Erst verbrachte ich ein paar Wochen in Buenos Aires, Argentinien bevor es mit dem Flugzeug und dem vollgepackten Rad in die südlichste Stadt der Welt ging. In den folgenden fünf Monaten durchquerte ich das wilde Patagonien (Südteil des Kontinents) in Chile und Argentinien. Neben 3500km auf dem Rad sammelte ich vor allem viele einmalige Eindrücke, Erfahrungen und jede Menge Fotos. Über die Tour habe ich auch ausführlich und mit vielen weiteren Fotos auf meinem Blog (www.svenarved.de) berichtet. Ohne die prägenden Erfahrungen, die ich im Ruderverein im Allgemeinen und im Leistungssport im speziellen gemacht habe, hätte ich wahrscheinlich nie die Entscheidung getroffen mich alleine mit dem Rad auf solch eine Tour zu begeben. So war es aber auf jeden Fall die beste Entscheidung meines Lebens.

Irgendwann auf dieser Tour habe ich mich dann auch entschlossen, mit meinen naturwissenschaftlichen Interessen nicht im technischen Bereich studieren zu wollen, sondern das Medizinstudium vorzuziehen. Trotz meines sehr guten Abiturs, habe ich leider nur schlechte Aussichten auf einen Studiumsplatz. Die Anmeldefrist für den „Medizinertest“ zur Aufbesserung der Note war auch schon vorbei. Im ungeplanten zweiten Jahr Pause nachdem Abi, bin ich sehr froh, dass ich als FSJler in unserem Verein eine sehr fordernde, aber eigenständige und sinnstiftende Arbeitsstelle gefunden habe. Es ist einfach das Beste, was mir in diesem Extra Jahr machen konnte, da ich so dem Verein noch mehr zurückgeben kann.

Ankunft beim Billung

Dabei habe ich schon jetzt einiges an Erfahrung sammeln können. Ich freue noch mich bis Ende Juli 2017, den Rudersport und die Vereinsarbeit in Vollzeit mitgestalten zu können. Danach kann ich dann, einen guten Medizinertest im April vorausgesetzt, hoffentlich aber auch endlich mit meinem Studium beginnen.

Ähnlich wie in den letzten Jahren, möchte ich als FSJler für euch der erste Ansprechpartner im Alltagsbetrieb für Erwachsene und die Jugendarbeit sein. In meinem Büro im ersten Stock, hinterm Jugendraum, kümmere ich mich um die Unterstützung des Vorstandes und die Verwaltung des Alltagsgeschäfts (z.B. Belegungspläne Kraftraum/Boote, Spind und Bootshausschlüssel). Natürlich ist auch das Training ein wichtiger Schwerpunkt. Ich betreue dabei Jugendliche, Kinder und Erwachsene jeden Alters. Wer seine Rudertechnik noch verbessern möchte, kann sich immer direkt an mich wenden.

Zur Organisation des Sports gehören auch AGs, Trainingslager, Regatten und viele andere Veranstaltungen und Projekte. Zu den neuen Projekten gehören z.B. auch die neue AG mit der Grundschule Hehlentor und die neuen Grundausbildungskurse im Rudern für Erwachsene. So können wir als Verein gezielt Menschen für den Sport begeistern und neue Mitglieder gewinnen. Mehr zu den einzelnen Projekten erfahrt ihr aber in den separaten Artikeln in den Billunger Nachrichten oder auf unserer Homepage (www.hermann-billung.de).

Ich hoffe ihr habt mich und meine Arbeit durch diesen Artikel etwas besser kennengelernt. Ihr erreicht mich, wie schon meine Vorgänger über:

Telefon: 05141 3052680                                                     Kontakt per Mail

Bis bald und liebe Grüße

Sven Arved Müller